Han Combat der Name dieses Systems , Han Combat , steht für die Symbiose aus der traditionellen Kampfkunst Han Fu und dem militärischen System Military Combat System oder MCS genannt doch dazu später mehr.

Man sollte eventuell , für nicht Eingeweihte damit beginnen den Unterschied zwischen Stil (Han Fu) und System (MCS) zu erläutern. Stile wie Han Fu oder Musado zum Beispiel bauen auf unverrückbare Traditionen. Entwicklungen finden nur schwer oder gar nicht statt.  Die Jahrhunderte alten Traditionen , gekoppelt an Geschichte voll von Ehre und Mut duldet auch in der heutigen Zeit kaum ein abrücken von diesen .

Ein System wie Han Combat oder Wettkampfsportarten wie zum Beispiel Mixed Martial Arts , offene Sanda , Tae Kwon Do , Kickboxen oder Grappling unterliegen einer permanenten Entwicklung auf der Suche nach Optimierung ohne religiösen oder spirituellen Hintergrund. Han Fu , ein traditioneller Stil der neben Waffentraining , Formen und Selbstverteidigung auch den Vollkontaktvergleich (SANDA , Sanshou) ausübt , bildet eine der beiden Säulen des Han Combat. Der Wert körperlicher Physis und Entwicklung der mentalen Stärke sind ihm eigen. Das Training ist dem Alter entsprechend angepasst.

Und der ethische Hintergrund von der Kostbarkeit des Lebens und dessen Vergänglichkeit wird gelehrt. Ein militärisches System wie MCS dient nur der Effektivität einzig das anvisierte Ziel zu erreichen und dies mit dem geringst möglichen Verlust an Soldaten und Material. Das Musado Military Combat System hat seine Wurzeln im traditionellen koreanischen Musado.

Gehen wir zurück in der Geschichte Koreas . Das heutige zweigeteilte Korea bestand zu früheren Zeiten aus drei Königreichen . Diese Königreiche lagen in ständigen Kriegen mit äußeren Feinden wie China (wussten sie schon das der Stil der Gottesanbeterin in Korea sehr verbreitet ist ?). In diesen koreanischen Königreichen wurden die Heere natürlich auch in den Kampfkünsten unterrichtet. Alte Stile wie Subok oder Taereon gehörten dazu. Das koreanische Königreich in der Mitte entwickelte aus der Not heraus einen rein militärischen Stil der die Techniken alter koreanischer Kampfkünste bündelte und einzig und allein dem Zweck des Krieges anpaßte das Musado.

Aus den Königreichen wurde Jahre später ein koreanisches Königreich. So entstand die traditionelle Kampfkunst Musado aber auch Stile wie Tae Kwon Do oder Hap Ki Do . Das Musado Military Combat System „MCS“ ist eine Weiterentwicklung von Grandmaster H. Grudzenski der einer der Pioniere der koreanischen Kampfkünste in Deutschland ist. Das MCS wird gleicherseits von Spezialeinheiten verschiedener Armeen , Polizei und seit einigen Jahren auch in  Einheiten der Fremdenlegion praktiziert. Han Combat ist ein eigenständiges System das als Ziel die gebündelte Effektivität der beiden Säulen anstrebt. Dies geschieht unabhängig von Einschränkungen jeglicher Art.

Dieses System  beinhaltet im ersten Bereich den waffenlosen Nahkampf der Stand und Bodentechniken beinhaltet. Im zweiten Bereich wird der Umgang mit Combatstick oder stumpfen Waffen gelehrt . Dort werden Block , Würge , Hebel , Entwaffnung , Messerabwehr und Festlegetechniken studiert. Im dritten Bereich vom Han combat geht es um waffenlose Messerabwehr und Kontertechniken. Der darauf folgende Bereich zeigt den systematischen Messerkampf inklusive Schnittkurfen .

Je weiter man fortschreitet so interessanter und spezifischer wird das Wissen. Es folgen die Schlingentechniken , lautlose Überwältigung mit und ohne Waffen wie Messer , Schlinge oder zu zweit. Durch den Einfluß der Han Sanda Techniken entsteht auch die Möglichkeit praktisches Kampftraining (mit Schutzausrüstung) zu betreiben. Da nicht mehr der rein militärische Zweck im Vordergrund steht. Das heißt auch zivilen Personen steht dieses Wissen nun uneingeschränkt zur Verfügung .

Einen wichtigen Teil des Han combat nimmt das Wissen um Schockwirkungen , Stressumgang und psychologischen Wirkungen ein. Die gewollten und ungewollten Reaktionen des Gegners beeinflussen zu können bringt definitiv einen Vorteil im (hoffentlich nie ) Ernstfall. Auch Abwehrbereiche gegen Schußwaffen oder die dazu gehörigen Verhaltensregeln werden gelehrt. Diese Dinge eigenen sich besonders für Behördentraining oder ähnliches . Um Han Combat zu erlernen bedarf es keiner extremen körperlichen Physis. Wer das reine Wettkampftraining sucht findet hier zwar die technischen Vorrausetzungen jedoch nicht das dazu nötige Praxisprogramm was im Han Sanda zum Beispiel veranlagt ist.

Hier geht es nur um Effektivität und geistiger Fortbildung auf dem Gebiet der Kriegskünste . Han combat unterliegt den gleichen Naturgesetzen wie alle Kampfkünste im Streben nach Perfektion . Entwicklung statt Stillstand ist in unserer modernen Gesellschaft unabdingbar.

Dieses System kann Ihnen helfen einen eigenen Weg zu finden. Egal was ihr Ziel ist ,ob für den Job , als Fitnesstraining oder zur Stärkung der Psyche oder mentaler Power . Man sagt : Ein Mann wird das was er  werden will ! Man sollte Jedoch mindestens 16 Jahre alt sein da dies kein Sportsystem oder Stil ist wie zum Beispiel Judo oder Boxen . Beim Waffentraining hilft dem Schüler die Möglichkeit Zusammenhänge traditioneller Waffentechnik in ihren physikalischen Gesetzen zu verstehen und zu praktizieren.

Es gibt jedem auch die Möglichkeit einen der älteren Stile bevorzugt zu folgen. Als Beispiel soll der Bereich der Schlingentechnik dienen . Die Schlinge ist eine sehr gefährliche und in vielen beliebigen Formen des Lebensumfelds vorhandene Waffe . Sie steckt in einem Schaal ,  im Schnürsenkel genauso in einer Hundeleine oder Gürtel . Ihr Einsatz als Würge- , Block- , Schlag-  oder Festlege- Tool ist sehr komplex ja geradezu beängstigend . Dies liegt nicht nur an ihrer Flexibilität sondern auch an der geringen Oberfläche die noch dazu die Kraft immer auf die gesamte Fläche der Waffe verteilt. Nicht zu vergessen die leichte Tarnungsmöglichkeit.

Wußten Sie das ihr Blut mit einer Geschwindigkeit von zehn bis vierundzwanzig Meter in der Sekunde durch die Venen schießt? Wenn sie die Zufuhr (Blut transportiert Sauerstoff) unterbrechen stürzt in spätestens sieben Sekunden der Kreislauf zusammen (Faustregel). Wenn sie nun die Schlinge beherrschen haben sie eine unscheinbare Waffe deren Ausmaß ein Leie nie abschätzen kann. Sollten sie nach erlernen dieser Waffe des Han Combat mehr Wissen über flexible Waffen wollen beginnen sie mit traditionellen Waffentraining . Erlernen sie den Umgang mit den Langketten oder der zwölfteiligen Peitsche . Diese chinesischen Waffen werden im Han Fu zu koordinativen Zwecken benutzt und ergeben durch ihre eigenen Bewegungsmuster neue Trainingsansätze. Dies steigert die eigenen Fähigkeiten und das Verständnis für flexible Waffen.

Einer meiner Lehrer pflegte immer zu sagen „Eine Waffe zu Führen ist wie einen Vogel in der Faust zu halten , läßt du zu locker fliegt er dir weg und drückst du zu stark stirbt er !“